Arya Tara ist die Verkörperung des helfenden Mitgefühls in weiblicher Gestalt, sie ist etwa so wichtig wie Mutter Maria im Christentum. Wenn z.B. eine Frau ziemlich verzweifelt ist, dann ruft sie Arya Tara geistlich zu sich. Im Geist erscheint sie vor diese Frau, sie weinte mit ihr und tröste sie. Das ist Arya Tara, wie die Buddhisten sie auf dem Bild so kennt: Sie sitz auf einem Lotus, der sich aus den Wasser des Sees erhebt, das aus Mitgefühl vergossenen Tränen entsprungen sein soll. Sie sitzt in einer ihr eigenen Haltung, nämlich mit angezogenem linken Bein, um ihre Entsagung gegenüber weltlicher Leidenschaft auszudrücken, und mit ausgestrecktem rechten Bein, um zu zeigen, dass sie allzeit bereit ist, sich zu erheben und denen zu Hilfe zu eilen, die ihrer Unterstützung bedürfen. Mit warmem mitfühlendem Blick schaut sie auf jedes fühlende Wesen. Sie hat Augen am Stirn, Hände und Füssen, was symbolisieren, dass sie alle in die Augen behalten und bei dem Leid gleich zu sie eilte.
Nach der Überlieferung des tibetischen Buddhismus war Arya Tara vor langer Zeit eine Prinzessin. Sie arbeitete zum Wohle der fühlenden Wesen. Als sie eines Tages fast erleuchtet wurde, meinte ein Mönch, dass sie nun als Mann wiedergeboren werden kann. Denn der Körper einer Frau ist eher hinderlich zur Erlangen der Erleuchtung. Darüber war die Prinzessin empört und schwör, dass sie immer als Frau wiedergeboren werden, um Erleuchtung in einem weiblichen Körper zu erlangen. Nach ihrer Erleuchtung wurde sie in Tibet als die Befreierin Tara bekannt und sie dient als Vorbild für alle Frauen. Dass die Frauen ebenso wie die Männer der Erleuchtung gelangen können. Arya Tara wurde ein Bodhisattya, ein erleuchtetes Wesen, das die Stufe eines Buddha erlangt hat, aus Mitgefühl zu allen leidenden Wesen jedoch solange auf eigene Erlösung aus der Kette der Wiedergeburten verzichte, bis alle anderen Wesen ebenfalls befreit sind.
Ich las zum ersten Mal über Arya Tara in einem Buch „Wie in einem Traum“ von Ulli Olvedi und darin rief eine buddhistische Nonne den Arya Tara oft zu sich. Das hat mich damals die Beschreibung von Arya Tara ziemlich fasziniert und vor allem, weil sie eine besondere Frau war, die darauf bestand als Frau wiedergeboren zu werden. Seitdem nenne ich mich Arya Tara, auch wenn es eigentlich nicht meine buddhistische Name ist. Dieser Name soll mich immer wieder erinnern, dass ich Mitgefühl gegenüber ALLE fühlenden Wesen haben soll. =)
Mögen alle fühlenden Wesen in Frieden und Glück leben.
Namaste Arya Tara
